Leberparameter

 

Albumin

Albumin ist in der Regel Hauptbestandteil des Gesamteiweißes im Serum und wird von der Leber gebildet. Bei Leberschäden ist ein Absinken des Albumins erst bei längerer Funktionsbeeinträchtigung zu erwarten.

 

ALT 

Die Alanin-Aminotransferase ist bei Hund und Katze ein leberspezifisches Enzym, das rasch ansteigt. Somit eignet sich die ALT bei diesen Tierarten sehr gut zur Beurteilung der Leber.

 

AP

Die Alkalische Phosphatase wird in erster Linie als Leberenzym betrachtet. Sie steigt bei cholestatischen Prozessen an. Allerdings ist sie nicht leberspezifisch, auch im Knochen wird insbesondere bei Jungtieren eine hohe Aktivität nachgewiesen. Daher kann bei noch wachsenden Tieren der Refernzwert deutlich überschritten werden.

Hitzestabile AP: dieses Isoenzym der AP wird beim Hund durch erhöhte Cortisolspiegel freigesetzt und lässt sich gesondert bestimmen.

 

AST

Die Asparat-Aminotransferase ist in vielen Zellen enthalten. Sie reagiert besonders bei Leber- und Muskel (auch Herzmuskel)schädigung sehr schnell. Ein erhöhter Messwert bis zum Dreifachen des Refernzbereiches gilt hierbei als milde Erhöhung.

Bitte beachten Sie: AST gehört zu den besonders hämolyse-empfindlichen Parametern!

 

Bilirubin direkt

Bilirubin liegt im Körper in verschiedenen Verarbeitungsstufen vor: nicht konjungiert, d.h. nicht von der Leber an einen ausscheidungsfähigen Rest gekoppelt, und konjugiert - eben gekoppelt. Die Ausscheidung des konjugierten Bilirubins durch die Leber ist ein leistungsintensiver Vorgang. Limitierende Faktoren sind ein Überangebot (z.B. durch intravasale Hämolyse) sowie eine Leberfunktionseinbuße.

Das konjugierte oder direkte Bilirubin ist der Anteil, der labortechnisch messbar ist. Im Serum wird es beispielsweise durch Rückstau von Gallenflüssigkeit auffällig.

Nicht konjugiertes oder indirektes Bilirubin lässt sich labortechnisch nicht messe, es wird errechnet. Im klassischen Fall steht Indirektes Bilirubin für Erhöhungen "vor der Leber". Bei länger bestehenden Läsionen kommt es allerdings zu einer zunehmenden Verwischung beider Formen durch Dekonjugation.

 

Bilirubin gesamt

Bilirubin ist der gelbe Farbstoff, der beim Abbau von Hämoglobin entsteht und durch die Leber ausgeschieden wird. Ein Anstieg führt zu Ablagerung im Gewebe und um klinischen Bild des Ikterus. Beim Pferd findet man einen physiologischen Ikterus; der Referenzbereich liegt erheblich höher als vergleichsweise bei Hund und Katze. Diese hohen Werte können durch Verweigerung der Futteraufnahme noch erheblich steigen.

Bitte beachten Sie: Lipämie stört die Messung von Bilirubin. Wenn möglich sollte eine Nüchternblut-Abnahme erfolgen.

 

Eiweiß-Elektrophorese

Bei Erhöhungen des Gesamteiweißes kann die Differenzierung der Proteinarten von Interesse sein. Bei der Elektrophorese werden Proteine gleicher Bauart sortiert. Dadurch können z.B. Immunglobuline in ihrer gesamten Menge dargestellt werden. Es wird ersichtlich, ob diese Antikörper sich auf eine Erkrankung konzentrieren oder eine breit angelegte Abwehr im Gang ist. Auch abnorme Proteinbildungen oder spezifische Proteinmangelsituationen können durch Elektrophorese sichtbar gemacht werden.

 

Gallensäuren

Gallensäuren dienen im Dünndarmtrakt als Emulgatoren bei der Fettverdauung. Die Ausscheidung erfolgt über Leber und Galle, der wichtige Rohstoff Gallensäuren wird intensiv im Dünndarm zurückgewonnen und der Leber wieder zugeführt. Die Messung des Serum-Gallensäurenspiegels dient als Leberfunktionsparameter; da die Ausscheidung in die Gallengänge einen leistungsintensiven Vorgang der Hepatozyten darstellt.

 

Gamma-GT

Die Gamma-Glutamyl-Transferase oder GGT ist wie die Alkalische Phosphatase ein zellwandgebundenes Leberenzym. Sie steigt beim Hund recht spät an, ausgelöst durch akute Lebererkrankungen, weniger signifikant durch chronische Hepatopathien und bei Cholestase. Auch bei anderen Grundkrankheiten, die die Leber beeinträchtigen, ist häufig eine Enzymerhöhung zu finden - so immer wieder bei Prankreatitis, Enterititis, Stauungen in der Leber durch Kreislaufinsuffizienzen, Kolik des Pferdes. Bei der Katze reagiert dieser Parameter zu träge um Eingang in die Routinediagnostik zu finden.

 

Gesamteiweiß

Unter dem Begriff Gesamteiweiß sind verschiedene Eiweißfraktionen des Serums zusammengefasst. Das in der Leber gebildete Albmin stellt eine der Hauptfraktionen dar, Globuline einen zweiten, inhomogenen Anteil. Zu letzteren gehören insbesondere die Gammaglobuline oder Immunglobuline sowie verschiedene Gerinnungsfaktoren und andere Proteine meist hepatogenen Ursprungs. Die Bestimmung des Gesamteiweißes zielt auf Fragestellungen in den Bereichen Leberfunktion und Abwehrstatus ab.

Ergänzende Untersuchungen: Albuminbestimmung sowie Eiweiß-Elektrophorese

 

GLDH 

Die Glutamat-Dehydrogenase ist in den Mitochondrien der Leber lokalisiert und steigt somit erst bei schweren Leberschäden sowie bei hypoxischen Zuständen an. Bei Leberenzymwerten gelten bis 3-fach erhöhte Messwerte als mild erhöht, darüber hinaus wir von starker Erhöhung gesprochen.

 

Globuline

Globuline sind Proteine des Blutplasmas der Tiere und gehören zu der Gruppe der Globulären Proteine. Hauptbildungsort der Globuline ist die Leber. Sie machen im Blutplasma etwa 40% der gesamten Proteine aus. Durch Hydrolyse und von Enzymen werden diese abgebaut.

Globuline sind in Wasser unlösliche Eiweißstoffe, die mit verdünnten Neutralsalzlösungen gelöst werden können. Sie haben zahlreiche Funktionen, unter anderem als Enzyme, in der pH-Wert-Regulierung, als Energielieferanten, Transporter und in der Hämostase. Die Hauptaufgabe ist aber in der natürlichen aber auch erworbenen Immunität gegen Fremdkörper zu sehen. Die immunologisch aktiven Globuline werden  als Immunglobuline bezeichnet, ihre Synthese findet in Plasmazellen statt.