Antigennachweise

 

Adenoviren-PCR

Beim Hund können zwei relevante Adenovieren nachgewiesen werden:

CAV-1 ist für die Hepatitis contagiosa canis (Hcc/Rubarth-Krankheit) verantwortlich. Die Infektion verbreiten sich oronasal und verursacht eine ansteckende Leberentzündung. HCC ist durch die verbreitete Impfung weitgehend aus Westeuropa verschwunden. Jedoch treten bei ungeimpften Jungtieren akute und peraktue Verläufe mit Todesfällen auf. Folgende Symptome treten bei akutem Verlauf vorrangig auf: Fieber, Apathie, erhöhter Durst, Erbrechen, Durchfall, Aneroxie, abdominale Schmerzen und Ikterus. Eine Glomerulonephritis oder das Korneaödem (hepatic blue eye) können zusätzlich durch Ablagerung von Immunkomplexen auftreten.

CAV-2 befällt den gesamten Respirationstrakt und verursacht meist milde klinische Symptome. Allerdings kann er beim Zwingerhustenkomplex eine Rolle spielen.

Adenovieren spielen bei Reptilien eine wichtige Rolle. Vor allem bei Schlangen und Echsen führen sie zu unspezifischen Symptomen wie Aneroxie, Apathie, Diarrhoe und Ophistotonus.

 

Anaplasmen-PCR

Die sensitivste Methode zum Nachweis einer Anaplasma phagocytophilum Infektion ist der direkte Erregernachweis durch die PCR. Antikörper können frühestens 20 Tage p.i. nachgewiesen werden.

 

Babesien-PCR

Babesien sind Blutparasiten, die in Süd- und Osteuropa sowie in gewissen Regionen Deutschlands vorkommen. Überträger sind verschiedene Zeckenarten; Symptome u. a. Apathie, Ikterus sowie Anämie.

 

Bordetella bronchiseptica-PCR

Bordetellen sind gram-negative Bakterien, die beim Hund eine wichtige Komponente des Zwingerhustens darstellen. Sie sind nicht wirtspezifisch und können auf andere Tiere und Menschen übertragen werden. Beim Hund sind typische Symptome Fieber, Niesen, Nasenausfluß, Schwellung der submandibulären Lymphknoten und verstärkte Atemgeräusche. Bei Katzenwelpen können sich lebensbedrohliche Bronchopneumonien entwickeln.

 

Borrelien-PCR

Borrelien werden erst nach ca. 24h von der Zecke abgegeben in den Wirt. Dort verbreiten sie sich lokal im Gewebe. Eine Wanderröte, wie beim Mensch zu beobachten, wird bei Tieren äußerst selten beobachtet. Im Blut sind Borrelien nur ausnahmsweise anzutreffen.

 

Calici-PCR

Das Calici-Virus ist Teil des Katzenschnupfenkomplexes und führt je nach Stamm zu massiven Schädigungen und Ulcerationen. Aufgrund der genetischen Divergenz können nicht alle Stämme mittels PCR erfasst werden. Der Nachweis im Blut ist nur in der Virämiephase möglich.

 

Chlamydien-PCR

Chlamydien (Chlamydophila felis) gehören ebenfalls zu den Katzenschnupfen auslösenden Erregern.

 

Ehlicia canis-PCR

Ehlichien sind obligat intrazelluläre Bakterien, die in Monozyten und Granulozyten persistiren. Die Übertragung erfolt über die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus).

 

Dirofilaria immitis-Antigennachweis

Der Herzwurm (D. immitis) ist verbreitet im gesamten Mittelmeergebiet sowie in Nordamerika. Eine positive Reaktion ist für diesen Test frühestens 1/2 Jahr nach Infektion zu erwarten.

 

Encephalitozoon cuniculi-PCR

Dieser Einzeller lebt obligat intrazellulär v. a. in Niere und Gehirn. Circa 80% der gesunden Kaninchen tragen den Erreger in sich ohne das Symptome auftreten. Auch bei anderen Tierarten wie Hund, Fuchs, Nager und Vögeln kann E. cuniculi festgestellt werden. Der Erreger gehört zu den Zoonosen und ist vor allem bei immunnsupprimierten Personen mit Kaninchenkontakt relevant.

 

Equines Arteriitis-Virus (EVA)

EAV kommt weltweit bei allen Equiden vor. Die Erkrankung verläuft meist subklinisch. Falls Symptome auftreten, variieren sie in Art und Ausprägung: Fieber, Depression, Aneroxie und periphere Ödeme, Kojunktivitis ("pink eye"), Nesselfieber oder Aborte, bei Jungtieren auch fulminante Pneumonien und Pneumo-Enteritiden. Der Nachweis aus EDTA-Blut ist nur bei fieberhaft erkrankten Pferden sinnvoll.

 

FeLV (Leukose)-PCR

Leukoseviren führen zu verschiedensten Krankheitsbildern bei Katzen, von sekundären Banalinfektionen bis hin zu Tumorerkrankungen. Um transiente von persistierenden Infektionen zu unterscheiden, sollte ein positiver Nachweis stets nach 4-6 Wochen kontrolliert werden.

 

Filiarien-PCR

Dirofilaria immitis verursacht die "kardiovaskuläre Dirofilariose" (Herzwurmerkrankung), Dirofilaria repens die "kutane Dirofilariose". Beide werden von Hausmücke, die in Deutschland sehr häufig ist, übertragen. Die Artzugehörigkeit kann differenziert werden.

 

FSME-PCR

Frühsommer-Meningoenzephalits wird durch ein Flavivirus ausgelöst, das von Zecken übertragen wird. FSME ist nicht wirtspezifisch und tritt nicht nur beim Menschen auf. Bei Hunden verläuft die Erkrankung oft asymptomatisch. Kommt es zur Erkrankung steht die neurologische Symptomatik im Vordergrund und kann letal enden.

 

Haemobartonellen-PCR

Haemobartonellen gehören zur Familie der hämotropen Mycoplasmen. Die natürlich Infektion erfolgt vor allem durch Flöhe, andere Übertragungswege sind ebenfalls beschrieben. Die Erkrankung äußert sich vor allem in wiederkehrenden und schwer zu behandelnden Hämolyse- und Anämieepisoden.

 

Hepatozoon canis/felis-PCR

Der zu den Einzellern gehörende Einzeller kommt nur im tropischen und subtropischen Klima vor. Er wird durch orale Aufnahme einer infizierten braunen Hundezecke übertragen.

 

Herpes-PCR

Herpesviren sind sowohl für Augen- und Naseninfektionen, als auch für Aborte, Welpensterben und Fruchtbarkeitsprobleme verantwortlich. Herpesviren haben i. d. Regel nur eine kurze virämische Phase im Blut. Daher ist der Nachweis aus EDTA-Blut nur zu Beginn der Erkrankung (also vor Ausbildung der klassischen Symptome) sinnvoll.

 

Influenza-PCR

Die equine Influenza führt bei empfänglichen Equiden zu Fieber und einem rauen, trockenem Husten. Oft wird das klische Bild durch eine bakterielle Sekundärinfektion maskiert.

 

Leishmaniose-PCR

Die Hauptverbreitungsgebiete in Europa sind Spanien, Portugal, Italien und Spanien. In Deutschland wurde der Überträger (Sandmücke) entlang des Rheingrabens und in der Region Kaiserslautern und Saarbrücken nachgewiesen. Infizierte Tiere können bis zu 7 Jahre asymptomatisch sein. Zu Beginn der Erkrankung zeigen sich meist Lymphadenopathie, Anämie, Hautveränderungen an den Ohrrändern, Nasenspiegel und Brillenbildung an den Augen. Im chronischen Verlauf zeigen die Tiere eine reduzierte Belastbarkeit, Gewichtsverlust, Lymphadenopathie, schuppige nicht juckende Hautveränderungen und Augenveränderung.

 

Leptospiren-PCR

Die schraubenförmigen Bakterien kommen weltweit vor und überleben am besten in feuchter Umgebung bei Temperaturen von 0-25 Grad Celsius. Seit 1989 wurden über 250 Serovare beschrieben, die zurzeit in 24 Serogruppen eingeordnet werden. Da die Leptospiren relativ empfindlich sind, ist die PCR zum direkten Nachweis sehr gut geeignet.

 

MRSA/MRSI/MRSPI

Nachweis der Methicillinresistenz von Staph. aureus, Staph. intermedius bzw. Staph. pseudointermedius. Nach Kultur der Bakterien erfolgt eine Bestätigung der Resistenz durch eine PCR.

 

Mycoplasmen-PCR Schildkröte

Bei der Schildkröte wird durch eine Infektion mit einem virulenten Mycoplasma ageassizii Stamm hervorgerufen, eine Erkrankung, die sich klinisch durch serösen, muskösen und purulenten Nasenausfluss sowie Augenausfluss, Bindehautentzündung und Lidödem aüßert. Darüber hinaus kann es zu Lethargie, Dehydration, Aneroxie sowie Kachexie mit Todesfolge kommen. Ein wesentliches Merkmal einer Mykoplasmeninfektion ist die Tatsache, dass sie in einem Organismus persitieren können, ohne Krankheitssymptome auszulösen. Häufig kommt es nach Infektion mit Mycoplasmen erst durch das gemeinsame Agieren mit anderen Mikroorganismen und Umweltfaktoren in Kombination mit genetischen Eigenschaften und Immunreaktionen des Wirtes zum Krankheitsausbruch.

 

Mycoplasmen-PCR Katze

Im Rahmen des Katzenschnupfenkomplexes spielen neben FHV und FCV auch Mycoplasmen eine Rolle. Klinisch äußert sich eine Infektion meist in Konjunktivitis und Rhinitis. Da sich Mycoplasmen nur schwer kultivieren lassen, stellt der PCR-Nachweis die Methode der Wahl dar.

 

Mycoplasmen-PCR Hund

Mycoplasmen werden beim Hund häufig im Zusammenhang mit Erkrankungen im Urogenitalbereich und bei Unfruchtbarkeit beobachtet. Klinisch kann eine Infektion bei Rüden zu einer Prostat- und/oder Hodenentzündung führen. Bei Hündinen u. a. zu Endometritis.

 

Neospora canium-PCR

Meist verläuft diese Erkrankung asymptomatisch. Rohfütterung sowie bei Hunden mit neurologischen Erscheinungen sollte man immer eine Neosporose in die Differentialdiagnose mit einbeziehen.

 

Parainfluenzavirus-PCR          (Hund)

Der Parainfluenzavirus ist einer der Haupterreger des Zwingerhustens. Hier kann ein akuter trockener oder feuchter Husten auftreten, der vor allem bei körperlicher Anstrengung und Stress einsetzt. Der Husten kann von niesen und eintrigem Augenausfluss begleitet sein. Als Komplikation sind Bronchopneumonien möglich.

 

Parvo-PCR

Parvoviren führen bei Kleintieren zu schwersten Durchfallerkrankungen, bei Katzen zusätzlich zzu einer Panleukopenie. Der Nachweis im Blut ist in den ersten 1-5 Tage nach Infektion möglich, danach ist Kot als Untersuchungsmaterial vorzuziehen.

Bitte beachten: Die Durchfallsymptomatik kann lange über die Virusausscheidung hinaus bestehen!

 

Rhodocococcus equi-PCR

Rhodococcus equi ist ein fakultativ pathogener Keim der im Boden und im Kot von Pferden vorkommt. Er ist der häufigste Erreger schwerer Pneumonien.

 

Staupe-PCR          (Hund)

Staupe ist eine Erkrankung mit variablen Erscheinungsformen (vorwiegend respiratorisch, gestro-intestinal und/ oder zentralvervös). EDTA ist für den PCR-Nachweis in der Regel ungeeignet, da die virämische Phase ohne hinweisende Symptome verläuft. Je nach Symptomatik ist ein trockener Abstrich der Tonsillen bzw. der Bindehäute sinnvoll.

 

Streptococcus equi-PCR

Der Streptococcus equi ist verantwortlich für die Druse bei Pferden. Die Druse ist eine weltweit verbreitete hochansteckende eitrige Lymphadenitis und Pharyngitis. Sie ist eine typische Jungtiererkrankung und befällt sehr selten ältere Tiere.

 

Toxoplasmen-PCR

Toxoplasma gondii ist ein obligat intrazellulärer zur Klasse der Kokzidien gehörender Parasit. Neben Fieber und erkältungsähnlichen Symptomben ist die congentiale Infektion in der Schwangerschaft gefürchtet.

 

Tritrichomonas foetus-PCR          (Katze)

Die Tritrichomonas foetus-PCR hat eine höhere Sensitivität als die mikroskopische Untersuchung. Die Tiere zeigen typischen Dickdarmdurchfall mit häufigen Kotabsatz in kleinen Portionen, es können Schleim- und Blutbeimengungen auftreten.